Der assistierte Suizid ist in der Schweiz inzwischen alltäglich geworden, im Jahr 2025 waren ca. 2'000 Personen sowie deren Angehörige davon betroffen, Tendenz steigend. Damit ist auch für die kirchliche Seelsorge klar, dass sie in ihrem Alltag immer wieder mit der Frage konfrontiert wird, wie eine einfühlsame seelsorgerliche Begleitung von Menschen und deren Angehörigen aussehen kann, die einen begleiteten Suizid planen und durchführen. Überlegungen zu dieser alles andere als einfachen, von starken Ambivalenzen geprägten Herausforderung wurden in den vergangenen Jahren aus Sicht der theologischen Ethik, der praktischen Theologie sowie der Kirchenverantwortlichen angestellt. Auch wenn die Ergebnisse und Schlussfolgerungen unterschiedlich lauten, ist unbestritten, dass eine Verständigung über die internen Fachgrenzen hinaus notwendig ist. Im Seminar werden wir die Verständigungsversuche über Grenzen hinweg analysieren und diskutieren, wobei unterschiedliche disziplinäre Zugänge, unterschiedliche professionelle Perspektiven und nicht zuletzt auch unterschiedliche konfessionelle Herangehensweisen zum Thema wichtig werden.
- Dozent/in: Markus Zimmermann
Die Digitalisierung des Gesundheitswesens und insbesondere der Trend, individuelle gesundheitsrelevante Daten aufzuzeichnen und weiterzugeben, bringt eine Vielzahl von Risiken und Chancen mit sich. Viele dieser Aspekte, die heute bereits von gesellschaftlicher Bedeutung sind, bringen ethische Herausforderungen und Probleme mit sich. Big Data im Gesundheitswesen kann zu einer massiven Verbesserung der Versorgungssituation führen, im Rahmen der Personalisierten Medizin auch zu wesentlichen Verbesserungen therapeutischer Möglichkeiten; gleichzeitig stellt der Umgang mit privaten Daten sowie neue Erkenntnisse über Korrelationen und Kausalitäten auch vor neue Probleme, beispielsweise durch die Gefährdung der Privatsphäre oder die Diskriminierung einzelner Bevölkerungsgruppen. Im Seminar geht es darum, anhand einschlägiger Texte und an einzelnen Beispielen zu erkunden, welche ethischen Herausforderungen mit diesen neuen Entwicklungen verbunden sind und wie diese aus individual- und sozialethischer Perspektive einzuordnen sind.
- Dozent/in: Markus Zimmermann
- Dozent/in: Daniel Bogner

- Dozent/in: Rodrigo Camilo Camargo
- Dozent/in: Thierry Collaud
Ce séminaire, mobilisant une approche interdisciplinaire, s’inscrit dans le champ de l’éthique théologique du soin. Il vise à explorer et à analyser les pratiques thérapeutiques de la compassion et du pardon interpersonnel développées au cours des dernières décennies dans le champ de la psychologie. La compassion et le pardon interpersonnel seront ainsi abordés et thématisés dans une perspective soignante. L’étude de ces pratiques sera ensuite croisée et corrélée avec une relecture critique philosophique et théologique. Des pistes seront dégagées pour penser une éthique théologique du soin de ces pratiques.
- Dozent/in: Didier Caenepeel
- Dozent/in: Magali Raoul
Die Geburt der chinesischen Zwillinge Lulu und Nana im Jahr 2018 hat weltweit Aufsehen erregt: Waren Eingriffe in die menschliche Keimbahn bis vor Kurzem weltweit tabu, sind sie in der Grundlagenforschung inzwischen zur Realität geworden. Neben dem «Genome Editing» belegen viele Beispiele die zunehmende Verfügbarkeit menschlichen Lebens am Lebensbeginn: Embryonenforschung, genetische Frühdiagnostik, Mitochondrien-, Eizell-, Embryonen- und Spermienspende sowie Leihmutterschaft sind einige dieser Themen. Die Folgen sind ambivalent und werfen weitreichende ethische Fragen auf: Der Stärkung der reproduktiven Autonomie stehen beispielsweise die Praxis des Spätabbruchs oder die Zunahme von Mehrlingsschwangerschaften entgegen. Die Vorlesung bietet Einblicke in die medizinethischen Debatten in theologisch-ethischer Perspektive.
- Dozent/in: Markus Zimmermann

Le cours principal de théologie morale spéciale présentera, sur l’ensemble de l'année universitaire 2026-2027, une éthique théologique des vertus à partir des vertus cardinales. On montrera comment et en quoi ces vertus peuvent servir de principes organisateurs de la vie morale et comment les autres vertus se déploient à partir d'elles. La présentation fera appel à des éléments de la tradition philosophique et théologique (principalement thomasienne), à des relectures bibliques, ainsi qu'à des approches contemporaines.
Le présent cours offert au semestre d'automne, sera consacré à l'étude de la prudence, de la force et et la tempérance comme éléments régulateurs de l'agir humain. La prudence est la sagesse pratique et la vertu d'analyse des situations. La force et la tempérance, vertus régulant nos désirs et nos passions, ouvrent sur d'autres vertus dont sera relevée l'importance parfois méconnue (la magnanimité, la patience, l’humilité, etc.). Ces vertus seront présentées théoriquement, mais aussi travaillées à partir de l'analyse de situations concrètes.
- Dozent/in: Didier Caenepeel