
In diesem Seminar werden die zentralen Beiträge vertieft, die von der qualitativen Sozialforschung für den erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, die Theoriebildung und Methodologie geleistet werden. Im Mittelpunkt steht die Zielsetzung, einen Überblick über die Grundprinzipien diskursanalytischer Verfahren zu erarbeiten. Ein zentraler Fokus dieses Seminars liegt dabei auf der Kritischen Diskursanalyse (KDA) nach Jäger et al. (2024), wobei diese theoriebasierte Analysemethode an konkreten Beispielen aus der Forschungspraxis verdeutlicht wird und dadurch wichtige Impulse für eigene Forschungsprojekte generiert werden können. Die KDA wird sowohl hinsichtlich ihrer theoretischen Wurzeln als auch in Bezug auf Fragen und Strategien der methodischen Umsetzung behandelt. Diskurse werden dabei als gesellschaftlich wirkmächtige Wissens- und Machtformationen verstanden, die soziale Wirklichkeit strukturieren und stabilisieren.
Anhand ausgewählter Texte und empirischer Beispiele setzen wir uns mit zentralen Begriffen und Konzepten wie Diskurs, Dispositiv, Macht-Wissen, Subjekt(ivierung) und Normalisierung auseinander. Ergänzend werden praktische Analyseübungen durchgeführt, um die Schritte der KDA – von der Materialauswahl und Korpusbildung über die Strukturanalyse bis zur Feinanalyse – nachvollziehbar anzuwenden. Ziel ist es, die methodischen Potenziale, Möglichkeiten und Grenzen der KDA kritisch zu reflektieren.
Zum Schluss des Semesters werden im Rahmen eines eigenen kleinen (kritisch-)diskursanalytischen Forschungsprojekts vertiefte Erfahrungen bei der Formulierung einer Forschungsfrage, der Korpusbildung und Analyse gesammelt. Die Dokumentation dieses Forschungsprojekts gilt als individuell zu schreibender Leistungsnachweis.
- Docente: Madeleine Scherrer