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Essen Sie Fleisch aus Massentierhaltung? Würden Sie einem Freund Sterbehilfe leisten? Ist es gerecht, die Grenzen für wirtschaftlich motivierte Migration zu schliessen? Solche Fragen sind uns aus Alltagsdiskussionen vertraut. Die angewandte Ethik schliesst an diese Diskussionen an: sie seziert deren Argumente, spinnt manche Fäden weiter und hinterfragt Unhinterfragtes. Die normative Ethik ordnet diese Argumente grundlegenden Theorien zu, die allgemeine Orientierung über richtig und falsch bieten. Beispiele für solche Theorien sind insbesondere der Konsequenzialismus, der alles dem Ziel unterordnet, möglichst gute Folgen für möglichst viele herbeizuführen; die Deontologie, die Handlungen auch unabhängig von ihren Folgen als richtig oder falsch ansieht, zum Beispiel, weil sie den nötigen Respekt vor Rechten vermissen lassen; und die Tugendethik, die den Fokus weg von Folgen und Handlungen hin auf die Frage verschiebt: “Was für ein Mensch soll ich sein?” In Alltagsdiskussionen verbleibt man am Schluss oft bei der Einsicht, dass es halt keine allgemeingültigen Antworten gebe. Aber stimmt das wirklich? Und wenn es allgemeingültige Antworten geben sollte, wie könnten wir diese entdecken? Solche Fragen werden im Bereich der Metaethik behandelt. |
- Dozent/in: Dominic Roser