Expressivität bezeichnet jene Dimension von Sprache, in der Emotionen, Bewertungen und Haltungen ausgedrückt und damit gezielt Wirkungen erzeugt werden. Im Deutschen steht für die expressive Dimension eine Vielzahl sprachlicher Mittel zur Verfügung, sei es lexikalisch z.B. in Form von Intensivierern, morphologisch z.B. in Form von Diminutiva oder syntaktisch z.B. in Form von losgelösten Nebensätzen. Nicht zu vergessen ist in Bezug auf die gesprochene Sprache ein breites Spektrum prosodischer Modulationen. In der Alltagskommunikation trifft man Expressiva besonders häufig in emotional aufgeladenen Kommunikationssituationen an. «Der Bus? - Einfach weg. - Was?! Das hatte ich dir doch gesagt gehabt, dass wir zu spät dran sind! Krass, sowas. Es ist zum Durchdrehen. Und dein verdammtes Velo hat einen Platten. Laufen willst du? Als ob!» Keineswegs sind Expressiva aber an irgendeine Stil- oder Registerebene gebunden. Das BA-Seminar führt in theoretische Ansätze ein, die Expressivität zu fassen versuchen, darunter pragmatische und semantische Ansätze. Diese werden wir im Seminar anhand einschlägiger linguistischer Literatur erarbeiten und auf Sprachgebrauchsbeispiele anwenden. Ziel ist es, Ausdrucksformen von Expressivität zu erkennen, linguistisch einzuordnen und ihre Funktionsweise zu erklären.