
Wenige Fragen beschäftigen die Geschichtswissenschaft so nachhaltig wie die nach dem Sinn der Geschichte: Verläuft Geschichte auf ein Ziel hin oder ist Sinn lediglich eine nachträgliche Deutung? Das Seminar untersucht diese Frage anhand zentraler Positionen der Geschichtsphilosophie und Geschichtstheorie.
Behandelt werden Sinnentwürfe von Augustinus über Kant, Herder und Hegel bis Marx sowie ihre Kritiker, darunter Nietzsche, Löwith, Popper und Lyotard. Im Mittelpunkt steht zudem die erkenntnistheoretische Frage, wie historische Erkenntnis und Wahrheitsansprüche möglich sind, wenn auch Maßstäbe, Begriffe und Werte geschichtlich bedingt sind. Dazu diskutieren wir die Krise des Historismus, den Relativismusvorwurf und verschiedene Antwortversuche von Dilthey über Gadamer und Koselleck bis Hayden White.
Lernziele: Die Teilnehmenden lernen zentrale geschichtstheoretische Positionen kennen, reflektieren das Verhältnis von Historizität und Wahrheit und beurteilen die Voraussetzungen historischer Erkenntnis kritisch.
- Teacher: Aurel Dewarrat
- Teacher: Elisabeth Haas-Amanatidis
- Teacher: Joachim Negel
- Teacher: Siegfried Weichlein