Warum wählen Menschen bestimmte Medien und ihre Inhalte aus? Wie beeinflussen Nachrichten, Serien oder soziale Medien unsere Einstellungen, Emotionen und unser Wissen? Und welche Rolle spielen Medien für öffentliche Meinungen und gesellschaftliche Entwicklungen? Die Vorlesung bietet eine Einführung in zentrale Theorien, Modelle und empirische Befunde der Mediennutzungs- und Medienwirkungsforschung. Zu Beginn wird ein Überblick über Formen, Umfang und Dynamiken aktueller Mediennutzung gegeben. Darauf aufbauend werden grundlegende Wirkungsdimensionen diskutiert – etwa Einflüsse von Medien auf Einstellungen, Wissen, Emotionen, Motive und Verhalten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Motiven der Mediennutzung. Warum greifen Menschen zu bestimmten Medieninhalten? Welche Rolle spielen Unterhaltung, Emotionen oder Spannung? In diesem Zusammenhang werden unter anderem Konzepte wie Mood-Management, Unterhaltungserleben und parasoziale Beziehungen zu Medienfiguren behandelt. Darauf aufbauend widmet sich die Vorlesung sozialpsychologischen und gesellschaftlichen Perspektiven auf Medienwirkungen. Themen sind unter anderem Meinungsführerschaft und Diffusionsprozesse in der Kommunikation sowie klassische Ansätze zur Erklärung gesellschaftlicher Medienwirkungen. Dazu gehören etwa Theorien zur Strukturierung öffentlicher Themen (Agenda-Setting), zur ungleichen Verteilung von Wissen in der Gesellschaft (Wissensklufthypothese) oder zur langfristigen Prägung von Realitätsvorstellungen durch Medien (Kultivierungsansatz).
Die Vorlesung verbindet klassische Ansätze der Medienwirkungsforschung mit aktuellen Entwicklungen der heutigen Medienlandschaft und zeigt, wie Medien individuelle Wahrnehmungen, soziale Interaktionen und gesellschaftliche Diskurse prägen können.
- Dozent/in: Andreas Fahr
- Dozent/in: Anastasia Schnitzer