
Zu keinem anderen Zeitpunkt spitzen sich die Geschlechterverhältnisse so extrem zu wie im Krieg. Und dennoch gilt Krieg und seine Analyse meist als männliches Fachgebiet. Dies führt zu vielen blinden Flecken, die dieser Kurs aufzeigen und beheben möchte. Im Kern geht der Kurs zwei zentralen Fragen nach: Wie beeinflusst das Geschlecht Krieg und Frieden? Und welche geschlechtsspezifischen Charakteristiken haben Krieg und Frieden?
Zu diesem Ziel werden wir uns zunächst die theoretischen Grundkenntnisse aneignen: was genau bedeutet es überhaupt, eine Geschlechterperspektive in der Analyse der Internationalen Beziehungen einzunehmen und welche zentralen Konzepte gehören dazu? Danach wird der Kurs in zwei grosse Blöcke unterteilt sein. Der Block Krieg wird sich unter anderem den «Culture Wars», der Rolle von Männlichkeiten und Militarismus sowie geschlechtsspezifischer Gewalt im Konflikt und Geschlechterverhältnisse in der Armee widmen. Der Block Frieden wiederum wird zum einen den Zusammenhang zwischen Geschlecht und Waffenregulierung, die Ausbeutung durch Friedenstruppen sowie Frauen und ihre Rolle in der Friedensförderung untersuchen. Zum anderen wird dieser Block auch aufzeigen, wie Frauen die UNO für ihre Sicherheitsbedürfnisse lobbyiert haben und was es mit der Feministischen Aussenpolitik auf sich hat.
Der Kurs setzt sehr aktive Teilnahme voraus, da er zum grössten Teil aus Debatten besteht. Es handelt sich somit nicht um eine klassische Vorlesung. Für die Debatten müssen die Studierenden die Lektüre gemacht und sich Gedanken zur jeweils gestellten Leitfrage gemacht haben. Zudem müssen alle Studierenden während des Semesters ein Essay à max. 2500 Wörter zu je einer der Leitfragen schreiben. Jede Woche beginnt mit einem kurzen Newsflash, wo Studierende gemeinsam eine Aktualität aufnehmen und sie mit dem Fokus der entsprechenden Woche verknüpfen. Schliesslich müssen Studierende in Gruppen eine geschlechtsspezifische Analyse einer selbst gewählten Fallstudie erstellen und diese in der Klasse vorstellen.
Wir werden die Ehre haben, folgende Gastauftritte zu erleben:
- Dr.in Darja Schildknecht, Expertin für feministische Sicherheitspolitik
- Dr.in Maryna Schewtsowa, URIS Fellow an der Universität Basel
- Camille Bernheim, Peacewomen across the Globe
- Enseignant·e: Leandra Bias