
Die islamische Welt im 21. Jahrhundert ist in grosser Bewegung, gar Umwälzung. Die Verhandlung des Verhältnisses von Religion, Staat und Gesellschaft ist in vielen muslimischen Ländern unabhängig ihrer politischen Stabilitäten von intensiven Debatten bis hin zu Konflikten geprägt. Ereignisse wie der Arabische Frühling, welcher in vielen Ländern des MENA-Region zum Sturz der Staatsmacht geführt hat, hat die Verwundbarkeit autokratischer Regime vor Augen geführt. Unterdessen gleicht sich die Welt durch globalisierte Entwicklungen wie die Geltung der internationalen Menschenrechte, enge Handelsbeziehungen und neue Kommunikations- und Informationstechnologien weiter an. Anhand historischer Einführungen in die moderne Geschichte sowie diverser theoretischer Zugänge beleuchtet die Vorlesung, welche Fragen an der Schnittstelle von Religion, Staat und Gesellschaft in gegenwärtigen muslimischen Staaten verhandelt werden. Dazu werden ausgewählte Länderkontexte vorgestellt sowie transnationale Entwicklungen berücksichtigt.
- Dozent/in: Amir Ben Noureddine Dziri