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Zwischen der Schweiz und Lateinamerika bestehen vielfältige historische und kulturelle Verflechtungen, die auch in der Literatur ihren Niederschlag finden. In literarischen Texten und Reiseberichten erscheint Lateinamerika als Raum der Fremdheit und Exotik, als Schauplatz von Abenteuer, Aufbruch und wirtschaftlichen Hoffnungen. Die Auseinandersetzung mit der ‚Neuen Welt‘ dient dabei häufig zugleich der Selbstverständigung über die eigene Kultur, Identität und gesellschaftliche Ordnung.

Ausgehend von dieser Beobachtung untersucht das Seminar anhand ausgewählter Texte vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, wie literarische Bilder Lateinamerikas entstehen, welche Diskurse sie prägen und was diese Entwürfe über die Gesellschaften verraten, die sie hervorbringen. Behandelt werden unter anderem Werke von Gottfried Keller, Thomas Davatz, Ulrich Becher, Blaise Cendrars, Max Frisch, Hugo Loetscher und Dorothee Elmiger. Ergänzend werden ausgewählte lateinamerikanische Texte einbezogen, die den Blick umkehren und die Schweiz als literarischen Imaginationsraum sichtbar machen. Methodisch verbindet das Seminar literaturwissenschaftliche Textanalyse mit Ansätzen der Imagologie, der Postkolonialen Theorie und der Transarealen Literaturwissenschaft. Im Zentrum steht die Frage, wie Literatur kulturelle Räume entwirft und transatlantische Beziehungen erzählbar macht.

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