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Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind für die Zeitgeschichte eine wichtige Ergänzung schriftlicher Dokumente. Gerade im Bereich der Migration, die seit den 1980er Jahren zu einem grundlegenden Wandel der Schweiz geführt hat, stehen einer grossen Zahl behördlicher Dokumente nur wenige Selbstzeugnisse jener Menschen gegenüber, die im Laufe ihres Lebens ihre Heimat verlassen und irgendwann in der Schweiz sesshaft geworden sind. Biografische Interviews können deshalb Aufschluss darüber geben, wie die Interviewten in der Auseinandersetzung mit objektiven Strukturen und Prozessen ihr eigenes Leben «gemeistert» haben und welchen Stellenwert für sie die Erfahrung der Migration hat.

Im Unterschied zur Arbeit mit Quellen, die wir im Archiv finden, schaffen wir in der Oral History unsere Quellen allerdings selbst. Dies stellt – neben der als unzuverlässig geltenden Erinnerung des Menschen – eine methodische Herausforderung dar.

Die Lehrveranstaltung ist als Einführung in die Oral History konzipiert. Sie verbindet Theorie und Praxis. Alle Studierenden planen und führen ein biografisches Interview im thematischen Feld der Migration. Im Rahmen der Seminararbeit wird das Interview analysiert und historisch kontextualisiert. Das eigene Engagement ist Voraussetzung für das Gelingen der Lehrveranstaltung, in der für den gegenseitigen Austausch und die gemeinsame Diskussion genügend Zeit eingeplant ist.

 
 

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