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In den letzten Jahren waren wir fast täglich mit Meldungen über willkürlich angeordnete Zwangsmassnahmen und Gewalt gegen Schutzbefohlene konfrontiert. Die Verletzung der Sorgfaltspflichten in der Fürsorge, bei der Fremdplatzierung von Kindern, in der Psychiatrie und in der Seelsorge stehen im Zentrum der Kritik. Die gravierendsten Missstände stammen aus dem 20. Jahrhundert. Doch sie haben Nachwirkungen bis heute und sind mit ein Grund für das öffentliche Misstrauen gegenüber der 2013 eingeführten Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde KESB.

In diesem Seminar befassen wir uns schwerpunktmässig mit historischen und aktuellen Praktiken der Fremdplatzierung von Kindern, mit (Ausland-)Adoptionen, dem verweigerten Familiennachzug für Arbeitsmigrant:innen, dem administrativen Freiheitsentzug, mit sexualisierter Gewalt in Abhängigkeitsverhältnissen und mit der Situation von Kindern und Familien im Nothilferegime für abgewiesene Asylbewerber:innen. Der Kurs ist interdisziplinär ausgerichtet und stützt sich auf die umfangreichen erziehungswissenschaftlichen, historischen, juristischen, psychologischen und soziologischen Forschungsergebnisse der letzten Jahre. Er wird als partizipative Veranstaltung durchgeführt. Für den Leistungsnachweis wird die aktive Teilnahme an den Kursdiskussionen, ein individueller, mündlicher Input und eine kurze, schriftliche Arbeit erwartet.

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